Der Dunkelstein
Der Dunkelstein
Der Dunkelsteinerwald hieß früher Aggswald. Der Name geht auf den dunklen
Amphibiolitstock zurück, auf dem die Ruine Hohenegg liegt und aus dem der
625 meter hohe Dunkelstein besteht. Nur wenige Wanderer kennen diesen
Dunkelstein, der neben den bekannteren Erhebungen am Donau-Südufer ein
Aschenbrödel-Dasein fristet, obgleich er viele Meriten aufweisen kann.
Auf seinem höchsten Punkt gibt es ein Gipfelkreuz und ein Gipfelbuch mit Stempel,
von einer freien Fläche hat man schöne Sicht nach Maria Langegg.
Wählt man das kleine Hafnerbach als Ausgangspunkt der Wanderung, so lassen sich in die Tour zwei Attraktionen einbeziehen. Das zur Ruine gewordene Schloss Hohenegg, welches man leider nicht mehr komplett betreten darf, ist bereits um die Mitte des 12. Jahrhunderts erwähnt; ab 1548 hat man es zu einem Bau erweitert, der in zeitgenössischen Publikationen als "Perle von Österreich" bezeichnet wird.
Der berühmteste Besitzer des Schlosses war Raimund von Montecuccoli (1609- 1680), der 1664 bei Mogersdorf-St.Gotthart die Türken besiegte und dem man den Spruch zuschreibt: "Zum Kriegführen gehören drei Dinge: Geld, Geld und noch einmal Geld." Sein Tod war wenig heldenhaft: Er wurde in Linz von einem herabstürzenden Balken erschlagen.
Die aus Modena stammenden Montecuccolis brachten wahrscheinlich auch den Zeno-Kult in den Dunkelsteinerwald. Der hl. Zeno wurde in Afrika geboren und avancierte zum Bischof von Verona, wo er im Jahre 371 starb. Man schreibt ihm viele Wunder zu.
Am Südfuß des Dunkelsteinerwaldes ist ein kleiner Bach nach dem Heiligen benannt, und an dessen Ufer errichtete man im Jahre 1725 eine Zeno-Säule. Diese steht auf einem Felsen mit offensichtlich uralten Steinschalen, die auf eine heidnische Kultstätte hinweisen. Auch in einem Zeno-Kirtag lebt das Gedächtnis an den Heiligen fort.